«Wo habe ich denn diesen interessanten Typen aufgegabelt?»

In der Rubrik «Check-in» beantworten Persönlichkeiten aus Kultur, Politik, Wissenschaft und Sport in jeder Ausgabe zwölf etwas andere Reisefragen. Im aktuellen Globetrotter-Magazin befragen wir den Schweizer Musiker und Satiriker Dominic Deville.

Ausgabe: 158  

 

1. Welche drei Adjektive charakterisieren dich als Reisenden am besten?

Organisiert, überpünktlich, trotzdem nervös!

2. Was war deine eindrücklichste Begegnung auf Reisen?

Immer, wenn ich nach einer Reise nach Hause komme und in den Spiegel blicke, denke ich: Wo habe ich denn diesen interessanten Typen unterwegs aufgegabelt? Den kannte ich vorher gar nicht!?

3. Was kann dich auf Reisen aus der Fassung bringen?

Zugverbindungen, die nicht klappen, Zahnschmerzen und Sand in den Schuhen. Gabs auch schon mal alles gleichzeitig!

4. Welche drei Gegenstände finden sich auf jeder Reise in deinem ­Gepäck?

Badehose, viel zu viele Bücher, die ich dann doch nicht lese, Kugelschreiber.

5. Was war das beste Essen, das du auf Reisen probiert hast?

Jeden Sommer die mit Gemüse gefüllten Teigtaschen an einem geheimen Ort an der südenglischen Küste. Dazu ein gutes Buch, das ich aber nicht lese, weil das Meer dort so toll ist!

6. Was hat dich das Reisen gelehrt?

Englisch. Und dass es zu Hause eben nicht am schönsten ist. Aber die Wohnung doch grösser ist, als man immer denkt.

7. Gibt es etwas, auf das du beim Reisen nicht verzichten kannst?

Meine Familie. Alleine reisen macht mich unfassbar melancholisch.

8. Welche Apps nutzt du auf Reisen?

Apps sind nicht so mein Ding. Dafür Baps! Das sind so britische Sandwichbrötchen! Liebe ich!

9. Was ist dein Lieblingstransportmittel? Und warum?

Alles über 1000 Kilometer: Zug. Bequem, schnell und meistens tolle Verbindungen. Alles unter 1000 Kilometern: Auto. Aber nur, wenn jemand fährt. Ich habe keinen Führerschein.

10. Wohin würdest du reisen, wenn du noch Zeit für genau eine Reise hättest?

Irgendwohin, wo man super schlechte Anschlüsse hat, ewig unterwegs ist und nicht so schnell zurückkommt! Weil zu Hause ist ja anscheinend dann Schluss! Super Lifehack!

11. Wenn du ein Land wärst, welches wärst du?

Swiss Miniature! Viele kennen es, aber haben es noch nie live erlebt, es gibt immer was zu entdecken, und der Schweizanteil ist zwar klar vorhanden, aber nicht mal sooo gross.

12. Was tust du, wenn dich der Kulturschock trifft?

Ich spreche ein wenig mit dem komischen Typen, den ich scheinbar irgendwo aufgegabelt habe, und blättere mich mit ihm durch meine handgeklebten Fotoalben, in denen ich unsere Reisen dokumentiere.

Dominic Deville (50)

ist ein Schweizer Satiriker, Musiker und Autor. Der Luzerner machte eine Ausbildung zur Kindergartenlehrperson und arbeitete in diesem Beruf, bevor er mit seiner Punkband «Failed Teachers» für Furore sorgte und eine Eventagentur gründete. 2012 schrieb er sein erstes Soloprogramm, das passenderweise «Kinderschreck» hiess. Von 2016 bis 2023 produzierte und moderierte er 15 Staffeln «Deville Late Night» bei SRF. 2023 wurde er mit dem Kabarettpreis «Salzburger Stier» ausgezeichnet. Mit seinem Soloprogramm «OFF» feierte er 2024 sein Bühnencomeback, und mit «Failed Teachers» brachte er 2026 das Album «We hate everything you adore» heraus. Er ist zudem als Headwriter bei «Die Sendung des Monats» auf SRF aktiv. Dominic lebt mit seiner Frau und zwei Kindern in Zürich.

 

Copyright Einstiegsbild: SRF

Copyright Porträtbild: Privat

Dominic Deville

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