«Ich wäre wie Singapur: eine kleine, offene Insel»

In der Rubrik «Check-in» beantworten Persönlichkeiten aus Kultur, Politik, Wissenschaft und Sport in jeder Ausgabe zwölf etwas andere Reisefragen. Im aktuellen Globetrotter-Magazin befragen wir die Schweizer Nationalrätin Maja Riniker.

Ausgabe: 157  

 

1. Welche drei Adjektive charakterisieren dich als Reisende am besten?

Neugierig, aufmerksam, dankbar.

2. Was war deine eindrücklichste Begegnung auf Reisen?

Eine Begegnung mit einem Fischschwarm – eigentlich zweimal im Leben. Das erste Mal als Kind im Meer ­neben einem Schiff: Mein Vater warf Brotreste ins ­Wasser, und plötzlich war alles schwarz vor Fischen um mich herum – überwältigend und eher beängstigend. Jahre später erlebte ich Ähnliches wieder beim Tauchen, diesmal ruhig, bewusst und faszinierend.

3. Was kann dich auf Reisen aus der Fassung bringen?

Wenn Respekt fehlt – gegenüber Menschen, Kultur oder Natur. Und ganz pragmatisch: Bettwanzen.

4. Welche drei Gegenstände finden sich auf jeder Reise in deinem ­Gepäck?

Ein Schal (mein persönlicher Alleskönner), gute Schuhe – und meine Kreditkarte.

5. Was war das beste Essen, das du auf Reisen probiert hast?

Hummer über dem Feuer in Jamaika, ein traditionelles Kaiseki-Menu in Japan – auf Tatami, ohne Schuhe, Gang für Gang in kleinen Kästchen serviert. Und ganz unspektakulär, aber grossartig: ein Fischbrötchen in Hamburg.

6. Was hat dich das Reisen gelehrt?

Gelassenheit und Demut. Die Welt ist grösser, viel­fältiger – und widersprüchlicher –, als wir sie uns von zu Hause aus vorstellen.

7. Gibt es etwas, auf das du beim Reisen nicht verzichten kannst?

Eigentlich nichts – ausser gute Sonnencreme.

8. Welche Apps nutzt du auf Reisen?

Vor allem Karten und Übersetzungstools, gelegentlich Nachrichten. Ich versuche aber bewusst, nicht ständig online zu sein.

9. Was ist dein Lieblingstransportmittel? Und warum?

Der Zug. Er entschleunigt, eröffnet Perspektiven und lässt Landschaften wirklich an mir vorbeiziehen.

10. Wohin würdest du reisen, wenn du noch Zeit für genau eine Reise hättest?

In die Alpen – für Weite, Aussicht, Waldgerüche und genug Raum, um den Gedanken freien Lauf zu lassen.

11. Wenn du ein Land wärst, welches wärst du?

Ich wäre wie Singapur: eine kleine, offene Insel, ­Drehscheibe zwischen Welten – neugierig, handelnd und mehr verbindend als abgrenzend.

12. Was tust du, wenn dich der Kulturschock trifft?

Ich öffne die Jass-App, atme durch – und betrachte die Situation danach wieder aus einem gelasseneren Blickwinkel.

Maja Riniker (47)

ist gelernte Betriebsökonomin. Sie vertritt seit Dezember 2019 den Kanton Aargau für die FDP im Nationalrat. Im Amtsjahr 2024/25 war Maja Nationalratspräsidentin. Als höchste Schweizerin repräsentierte sie die Schweiz auf vielen Auslandreisen, unter anderem in Japan, Schweden, Finnland, Jordanien und im Irak. Sie schätzt persönliche Treffen im Ausland im Kontext der parlamentarischen Diplomatie und als Informationsquelle, wie die Schweiz und ihr Engagement im Ausland wahrgenommen werden. Maja wuchs in Lenzburg auf und lebt heute mit ihrem Mann und den drei Kindern in Suhr. In ihrer Freizeit joggt sie gerne im Wald, geht im Sommer wandern und schwimmen und geniesst im Winter das Skifahren. Unser Bild zeigt Maja in Japan.

Maja Riniker

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